Gedanken für gute Beziehungen

Gebet für gelingende Bezoehung mit mir und der Welt

Weiß Gott für was ich das schreibe. Vor allem nach vielen gescheiterten Partnerschaften 🙂

 

Nur wer frei ist zu gehen, kann auch bleiben.

Mit allem was dazu gehört. So wie ich bin.

Erwachsene können reden. Dachte ich. Da habe ich allerdings die Verletzungen unterschätzt, die ich im Laufe der Jahre mit mir trage. Die lassen mich wieder klein werden, toben, Da kann ich sagen und machen was ich wollen. Ich fühle mich so ungesehen wie damals. Fangen an zu toben, zu streiten. Doch die Aufmerksamkeit die ich bekomme, füllt nicht die Lücke und den Schmerz, der da ist.Das darf ich jetzt selber machen.

Wir können unsere Verletzungen heilen, ein liebevolles bei ihnen sein, wahrnehmen, Hand aufs Herz legen hilft.

Was machen wir? Streiten, Toben, den Tanz unserer Eltern wiederholen. Viel zu oft. Bis man sagt, es reicht. Und dann übernehmen wir Verantwortung für Die Gestaltung unseres Lebens.

Ein anderes Miteinander. Oder auch ein anderer Partner. Da habe ich die Wahl.

Agieren statt Reagieren

In Partnerschaften findet viel zu oft Manipulation, Locken und Blocken, Druck und die Umerziehung auf andere Programme statt. Es herrscht Machtkampf und Besitzanspruch. Wie schade. Und ich kann mich nicht gleich gut ausdrücken, verliere oft die Ruhe und bleibe ohne Verständnis zurück. Lust auf Rache wächst und es wird mehr um Recht gekämpft als um das, was ich gemeinsam erreichen will.

Da ist es schöner – anstatt zu reagieren – in mich zu gehen und zu sehen was da ist.

Welchen Ausdruck das hat.

Wahrnehmen.

Besser als meine übereilte Reaktionen wie Ärger, Wut und Ungeduld: Das geht jetzt nicht. Innerer Widerstand. Du nicht. So nicht. Jetzt nicht.
Kein Druck bitte. Und um ein bisschen Öl ins Feuer zu gießen, denn wenn ich schon oft Scheitere möchte ich auch meine Scheite auf den Scheiterhaufen legen und lichterloh brennen.
It’s better to burn out than to fade away – die letzten Beziehungen gingen an dieser meiner Wut auseinander. Was sehr schade ist, denn es sind wertvolle Menschen und tolle Potentiale gewesen, deren Verbindung dann scheinbar erstmal zerstört wurden.

Wut zeigt mir dass es Zeit ist inne zu halten.

Wut die ich ausagieren, schafft nur Wut als Gegenreaktion.

Für mich wäre es klüger etwas Zeit für sich zu nehmen. Zu sagen:
Du bist mir wichtig, das Thema ist mir wichtig, aber lass mir Bitte einen Moment, den ich brauche um für mich klar zu werden.

Halte aber manchmal den Moment nicht aus. Die Gefühle in mir. Nehme es persönlich.
Wie schade. Denn wir sind viel mehr als das was wir von uns denken. Und ein Moment der Stille lässt uns etwas Kontakt aufnehmen mit diesem wunderbaren Wesen. Ich bin mehr als ich weiss.
Klar habe ich Angst, ein Mann zu sein, der erst mal nicht weiß was er will. Angst vom Abgelehnt werden. Vom Verlassen sein. Nicht wertvoll … bla bla bla

Da gibt es eine liebevolle Sichtweise mit mir selbst, dass ich wertvoll und geschätzt bin, die Dinge nicht persönlich nehme sondern aus dem Herzen ruhig reagiere. Ein paar Atemzüge helfen hier. Wenn ich mich erinnere.

es kommt kein Retter

Niemand rettet einen. Kein Partner. Keine Eltern. Keine Freunde. Das mache ich selber.
Ich kann mich unterstützen und begleiten lassen. Aber letztendlich liegt das Heil sein in mir. Denn in Wirklichkeit sind wir alle jeden Moment heil.

Auch wenn kein Wolf mit mir heult oder tanzt. Auch wenn niemand da ist, der mich in den Arm nimmt.
Auch wenn ich die eigenen hässlichen Monster sehe. Und mit denen will ich nicht sein oder gesehen werden.

Weise ist es, mit ihnen zu sein. Sie mir zu Freunden zu machen. Sie zu akzeptieren. Ich kann mir wünschen, wünschen zu heilen, zu wachsen. Vertrauen, daß dies passiert. Und den jetzigen Moment in seiner Fülle erleben. Mich selbst annehmen mit allem was ist. Das ist Erlösung. Hier hat unsere Suche ein Ende.

Ich bin tief verletzt. Die Generationen vor meinen Eltern waren im Krieg und haben anderes erlebt als Zuwendung, Liebe, Offenheit. Oft wirken diese Schrecken noch ins Jetzt.

Not, Streitsucht, Sucht, Panik.

Doch ich bin nicht egal. Es gibt Hoffnung jenseits des Schmerzens.

Ich bitte, dass ich lerne meine Verletzungen zu heilen und mit ihnen zu leben.

Sorge für ein sicheres Umfeld, das freundlich auf mich sieht. Bin selbst freundlich mit mir, schenke mir Zuversicht, Liebe, Zuwendung, Trost. Verzeihe mir. Selbst die großen Fehler oder Dinge die schwer lasten. Fülle meine Bedürftigkeit. Gehe in meine Verantwortung. Akzeptiere das Verlieren, Krankheiten und das Sterben von mir, meinen Träumen, Beziehungen und Freunden.

Teile mich mit und gestalte alleine und gemeinsam.

Wild und unverschämt sein

Wild und unverschämt sein. Ich weiß nicht wie viele Jahre ich vor meiner Traurigkeit davon gelaufen bin. Weil ich nur wahrnehme, dass ich keine Chance habe, mich bedauer, anstatt zu merken, welche ich habe. Die Liebe als Geschenk sehen. Auf das Schöne im Leben sehen. Dankbar sein. Und zu wissen dass ich jede Chance und jeden Moment habe. Vor allen die, in denen ich mit dem bin was ist. Und zufrieden und dankbar bin.

Anstatt mit dem was ich mir einbilde oder für wahr halte. Meine Verwirrung in meiner wahrgenommen Welt ist groß. In Wirklichkeit ist alles miteinander verbunden. Ich bin mehr als das, was ich von mir denke und wahrnehme.

Langsam machen und der Stille lauschen – was ist jetzt wirklich wichtig?

Seelen haben Ihr eigenes Tempo, Herzen haben ihre eigene Melodie, gelobt sind die Momente in denen man den Tanz der Liebe wagt und das Feuer des Herzen alte Wunden verbrennt.

Gesegnet wenn die Stille das Feuer der Liebe erweckt.

Wir leben. Innerlich weit, atmen unsere ganze Kraft, hören auf unsere Intuition.

Ich habe die Kraft, das zu erleben was grade ist. Es ist ja einfach so, also kann ich mich in Beziehung zu dem auch erleben. Lieben. Annehmen.

Immer wieder erwachen. Aufwachen. Mitten in der Krise. Da erst recht. Denn in der Krise darf ich aus dem Herzen agieren um das Leid und Chaos nicht noch größer werden zu lassen. Um 100 Prozent anwesend zu sein. Wenn nicht in der Krise, wann dann?

Das verloren und verwirrt sein für den Moment der Klarheit und Mitgefühls eintauschen.

Eine Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen

Eine Partnerschaft ist kein Schmetterling und auch kein Urlaub. Sie ist voll von Herausforderungen und Begegnungen mit dem, was ich möchte, mit meinen Sehnsüchten aber auch mit dem, was ich nicht möchte, meinen Ängsten. Sie ist ein Schatz, denn mit ihr sehe ich mehr von der Welt. Mehr von mir und mehr von dem Partner.

Werde auf genau diese ungewollten Schätze zurückgeworfen, vor denen ich oft weglaufen will.
Habe immer wieder die Möglichkeit in Liebe oder in Hass zu sein, zu ignorieren oder an zu nehmen, sein zu lassen und einfach zu sein.

So, wie ich bin.

Jeden Atemzug kann ich die Beziehung und das was ist wahrnehmen. Mit meinen Werten. Aus vollem Herzen.

Eine Partnerschaft ist mehr als ein Wunsch

Verfasst am 1ten der Adventszeit 2020, denn ich übe mich im gelesen sein und gehört werden. Mit warmen Herzen, verletzt und lebendig. Mit meinen Schmerzen.