Gebet für gelingende Partnerschaft

Gebet für gelingende Partnerschaft

Weiß Gott für was ich das schreibe.

 

Nur wer frei ist zu gehen, kann auch bleiben.

Mit allem was dazu gehört. So wie ich bin.

Erwachsene können reden. Dachte ich. Da habe ich allerdings die Verletzungen unterschätzt, die ich im Laufe der Jahre mit mir trage. Die lassen mich wieder klein werden, toben, Da kann ich sagen und machen was ich wollen. Ich fühle mich so ungesehen wie damals. Fangen an zu toben, zu streiten. Doch die Aufmerksamkeit die ich bekomme, füllt nicht die Lücke und den Schmerz, der da ist.Das darf ich jetzt selber machen.

Wir können unsere Verletzungen heilen, ein liebevolles bei ihnen sein, wahrnehmen, Hand aufs Herz legen hilft.

Was machen wir? Streiten, Toben, den Tanz unserer Eltern wiederholen. Viel zu oft. Bis man sagt, es reicht. Und dann übernehmen wir Verantwortung für Die Gestaltung unseres Lebens.

Ein anderes Miteinander. Oder auch ein anderer Partner. Da haben ich die Wahl.

In Partnerschaften findet viel zu oft Manipulation, Locken und Blocken, Druck und die Umerziehung auf andere Programme statt. Es herrscht Machtkampf und Besitzanspruch. Wie schade. Und ich kann mich nicht gleich gut sich ausdrücken, verliere oft und bleibe ohne Verständnis zurück. Lust auf Rache wächst und es wird mehr um Recht gekämpft als um das, was ich gemeinsam erreichen will.

Das geht jetzt nicht. Widerstand. Du nicht. So nicht. Kein Druck bitte. Und um ein bisschen Öl ins Feuer zu gießen, denn wenn ich schon oft Scheitere möchte ich auch meine Scheite auf den Scheiterhaufen legen und lichterloh brennen. It’s better to burn out than to fade away

Für mich wäre es klüger etwas Zeit für sich zu nehmen. Zu sagen, Du bist mir wichtig, das Thema ist mir wichtig, aber lass mir Bitte einen Moment, den ich brauche um für mich klar zu werden.

Frauen halten dann manchmal den Moment nicht aus. Oh, ein Mann der nicht weiß ob er mich will. Da gibt es eine andere, die wichtiger als ich bin. Besonderer. Und all meine Hingabe – wieder den falschen erwischt. Wieder sieht er mich nicht. Wieder keine Liebe – wo ich doch alle Liebe der Welt verdiene. Vielleicht ist eine sanftere Sichtweise: Oh, ein Mann der sagt ich bin ihm wichtig und der das mit mir gemeinsam klären will. Das tut meinem Herzen gut.

mit Wölfen heulen und Tränen fließen lassen

Wild und unverschämt sein. Ich weiß nicht wie viele Jahre ich vor meiner Traurigkeit davon gelaufen bin. Weil ich nur wahrnehme, dass ich keine Chance habe, anstatt zu merken, welche ich habe. Die Liebe als Geschenk sehen.  Und zu wissen dass ich jede Chance und jeden Moment habe. Vor allen die, in denen ich mit dem bin was ist. Anstatt mit dem was ich mir einbilde oder für wahr halte. Meine Verwirrung in meiner wahrgenommen Welt ist groß. In Wirklichkeit ist alles miteinander verbunden.

Langsam machen und der Stille lauschen – was ist jetzt wirklich wichtig?

Seelen haben Ihr eigenes Tempo, Herzen haben ihre eigene Melodie, gelobt sind die Momente in denen man den Tanz der Liebe wagt und das Feuer des Herzen alte Wunden verbrennt.

Gesegnet wenn die Stille das Feuer der Liebe erweckt.

Wir leben. Innerlich weit, atmen unsere ganze Kraft, hören auf unsere Intuition.

Immer wieder erwachen. Aufwachen. Mitten in der Krise.

Das verloren und verwirrt sein für den Moment der Klarheit und Mitgefühls eintauschen.

Niemand rettet einen. Kein Partner. Keine Eltern. Keine Freunde. Das mache ich selber. Ich kann mich unterstützen und begleiten lassen. Aber letztendlich liegt das Heil sein in mir. Denn in Wirklichkeit sind wir alle jeden Moment heil.

Auch wenn kein Wolf mit mir heult oder tanzt. Auch wenn niemand da ist, der mich in den Arm nimmt. Auch wenn ich die eigenen hässlichen Monster sehe. Und mit denen will ich nicht sein oder gesehne werden.

Weise ist es, mit ihnen zu sein. Sie mir zu Freunden zu machen. Sie zu akzeptieren. Ich kann mir wünschen, wünschen zu heilen, zu wachsen. Vertrauen, daß dies passiert. Und den jetzigen Moment in seiner Fülle erleben. Mich selbst annehmen mit allem was ist. Das ist Erlösung. Hier hat unsere Suche ein Ende.

Ich bin tief verletzt. Die Generationen vor meinen Eltern waren im Krieg und haben anderes erlebt als Zuwendung, Liebe, Offenheit. Oft wirken diese Schrecken noch ins Jetzt.

Not, Streitsucht, Sucht, Panik.

Doch ich bin nicht egal. Es gibt Hoffnung jenseits des Schmerzens.

Ich bitte, dass ich lerne meine Verletzungen zu heilen und mit ihnen zu leben.

Sorge für ein sicheres Umfeld, das freundlich auf mich sieht. Bin selbst freundlich mit mir, schenke mir Zuversicht, Liebe, Zuwendung, Trost. Verzeihe mir. Selbst die großen Fehler oder Dinge die schwer lasten. Fülle meine Bedürftigkeit. Gehe in meine Verantwortung. Akzeptiere das Verlieren, Krankheiten und das Sterben von mir, meinen Träumen, Beziehungen und Freunden.

Teile mich mit und gestalte alleine und gemeinsam.

Eine Partnerschaft ist kein Schmetterling und auch kein Urlaub. Sie ist voll von Herausforderungen und Begegnungen mit dem, was ich nicht möchte, meinen Ängsten und Sehnsüchten. Sie ist ein Schatz, denn mit ihr sehe ich sie. Werde auf genau diese ungewollten Schätze zurückgeworfen. Habe immer wieder die Möglichkeit in Liebe und Hass zu sein, zu ignorieren oder an zu nehmen, sein zu lassen und einfach zu sein.

So, wie ich bin.

 

Verfasst am 1ten der Adventszeit 2020, denn ich übe mich im gelesen sein und gehört werden. Mit warmen Herzen, verletzt und lebendig. Mit meinen Schmerzen.